kickboxen
Foto © xxx @ xxx

Kickboxen

Ein moderner Kampfsport aus den USA

Kickboxen ist ein moderner Kampfsport bei dem das Schlagen mit Füßen und Händen erlaubt ist. Der Wettkampfsport wurde Mitte der 1970ger Jahren in den USA entwickelt. Der Vorläufer von Kickboxen war das Sport-Karate bzw. Contact-Karate. Die Grundidee war es, dass sich Kämpfer aus unterschiedlichen Kampfsystemen wie z.B. Karate, Kung Fu, Taekwondo mit Hilfe von einheitlichen Regeln, gegeneinander messen können. Demnach wurden spezielle Techniken aus dem Karate und dem Teakwondo mit Techniken aus dem modernen, westlichen Boxen zu einem Regelwerk kombiniert. Fuß- und Tritttechniken stammen aus dem Karate und dem Teakwondo. Die Hand- und Fausttechniken stammen aus dem modernen Boxen. Die Regeln im Kickboxen stammen vorwiegend aus dem Boxen und dem Karate. Beim Kickboxen sind sowohl die Hände als auch die Füße mit Schutzausrüstung bedeckt. Außerdem wird immer ein Tiefschutz und ein Mundschutz getragen. Kickboxen weisst viele Ähnlichkeiten mit Savate und Muay Thai auf. Ellenbogen- und Kniestöße sind im Kickboxen jedoch nicht erlaubt. Aus dem Vollkantakt-Kickboxen haben sich später die Ultimate Fights sowie das K-1 Kickboxen entwickelt.

Kickboxen = Techniken aus dem Karate und dem Teakwondo + Techniken aus dem Boxen

Beim Kickboxen treten zwei Kämpfer gegeneinander an. Durch kontrollierte, erlaubte Techniken wird versucht Punkte zu erzielen. Nur Schläge mit den Füßen und den Händen sind erlaubt. Die genauen Regeln variieren je nach Verband. So sind teilweise Lowkicks auf die Oberschenkel erlaubt. Auch die Regeln für Fußfeger sowie die erlaubten Trefferflächen sind je nach Verband unterschiedlich. Im Vollkontakt-Kickboxen und im K-1 kann ein Kampf auch durch ein KO entschieden werden. Tiefschläge, Schläge auf den Rücken, ein Werfen vom Gegner und Schläge auf einen am Boden liegenden Gegner sind im Kickboxen grundsätzlich verboten.

Jeder Kampf wird durch drei Punktrichter bewertet

Kämpfer werden nach Geschlecht in verschiedene Alters- und Gewichtsklassen unterteilt. Die Klassen variieren leicht je nach Verband und Wettkampfart. Der Kampf wird in einen Ring oder auf einer Matte ausgetragen. Der Kampffläche variiert zwischen 5 × 5 und 8 × 8 Metern. Der Kampf wird durch einen Kampfrichter geleitet. Der Kampfrichter ist dafür verantwortlich, dass ein Kampf nur dann ausgetragen wird, wenn beide Gegner vollständig kampffähig sind. Beim einen Verdacht auf eine Kampfunfähigkeit muss der Ringrichter mit dem Anzählen beginnen. Bei einer Verletzung muss der Kampf unterbrochen werden. Die Kampfzeit beträgt zwei Minuten pro Runde. Es werden normalerweise zwei bis drei Runden gekämpft. Titelkämpfe können auch über fünf Runden ausgetragen werden. Bei einer Verletzungen oder wenn es Probleme mit der Schutzsausrüstung gibt wird der Kampf unterbrochen und die Zeit wird angehalten. Jeder Kampf wird durch drei Punktrichter bewertet. Die Punktvergabe ist je nach Wettkampfart (Vollkontakt, Leichtkontakt, Semikontakt, K-1) unterschiedlich. Für unzulässige Techniken können Punkte abgezogen werden.

Kickboxen wird in vier Wettkampfarten unterteilt:

  • K-1
  • Vollkontakt
  • Leichtkontakt
  • Semikontakt

K-1 - Das K-1 Kickboxen weisst viel Ähnlichkeit mit dem Muay Thai auf. Im K-1 sind auch Lowkicks und Kniestöße zum Körper und zum Kopf erlaubt. Für erfolgreiche Treffer werden Punkte vergeben. Der Kämpfer mit der höher Punktzahl gewinnt den Kampf. Ein Kampf kann durch ein KO vorzeitig entschieden werden. Der Kampf findet in einem Ring statt.

Vollkontakt - Im Vollkontakt-Kickboxen wird mit voller Kraft geschlagen. Reguläre Treffer werden in Form von Punkten bewertet. Technisch anspruchsvolle Treffer erhalten eine höhere Punktzahl. Der Kampf wird jedoch auch als Ganzes bewertet. Taktik, gezeigte Techniken, die Effizienz und die Kondition beinflussen die Gesamtwertung. Der Kämpfer mit der höher Punktzahl gewinnt den Kampf. Ein Kampf kann durch ein KO vorzeitig entschieden werden. Je nach Verband sind Lowkicks (auf die Oberschenkel) erlaubt. Vollkontakt-Kickboxen wird in einem Ring ausgetragen.

Leichtkontakt - Leichtkontakt-Kickboxen ist die Vorstufe zum Vollkontakt-Kickboxen. Techniken müssen sauber, gut kontrolliert, explosiv und kraftvoll ausgeführt werden. Die Techniken sollen jedoch nur mit einem leichtem Kontakt treffen. Nur technisch saubere Treffer werden gewertet. Drei Punktrichter bewerten den Kampf. Der Kämpfer mit der höher Punktzahl gewinnt den Kampf. Leichtkontakt-Kickboxen wird auf einer Matte ausgetragen. Die Größe der Matte beträgt zwischen 5 x 5 und 8 x 8 Meter.

Semikontakt - Im Semikontakt-Kickboxen zählen strategische Treffer. Nur der erste Treffer zählt. Diese Erst-Treffer werden in Form von Punkten bewertet. Die Wertung wird sofort bekannt gegeben. Vergleichbar wie beim Fechten. Die Wertung ist, je nach Regelwerk, unterschiedlich. Es kommt nicht auf die Stärke der ausgeführten Technik an. Kämpfer können wegen nicht regelkonformen Techniken disqualifiziert werden. Semikontakt-Kickboxen wird auf einer 5 x 5 bis 8 x 8 Meter großen Matte ausgetragen.

Die Schutzausrüstung im Kickboxen umfassen:

  • Tiefschutz
  • Zahnschutz
  • Boxhandschuhe
  • Fußschützer
  • Kopfschützer (je nach Wettkampfart, Verband, Klasse)
  • Schienbeinschützer (je nach Wettkampfart, Verband, Klasse)

Ein Kickboxtraining ist ein umfassendes Ganzkörpertraining

Die Kampfstellung im Kickboxen ist der Ausgangpunkt für Angriff und Verteidigung. Eine gute Kampfstellung ist der Ausgangpunkt und sollte eine gute Standfestigkeit bieten. Der Körper sollte entspannt und unverkrampft sein. Das Körpergewicht sollte gleichmäßig auf beide Beine verlagert sein. Die Körperhaltung sollte möglichst wenig Angriffsfläche bieten. Zum Schutz des Kinns wird der Kopf gesenkt und das Kinn angewinkelt. Der gesamte Körper befindet sich in einer eher leicht geduckten Stellung. Eine gute Beinarbeit eine Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Kickboxen. Die Wirkung von verschiedenen Techniken ist abhängig von der Beinarbeit. Ein Schlag sollte mit dem festen Stand der Beine auf den Boden erfolgen. So kann die Energie aus dem gesammten Körper in den Schlag geleitet werden. Rechtshänder kämpfen meistens in einer Linksauslage, mit dem linken Fuß vorne. Linkshänder nutzen eher eine Rechtsauslage, also mit dem rechten Fuß vorne. Die Arme befinden sich vor dem Körper und schützen, wenn nötig, den Kopf. Die Ellenbogen schützen den Oberkörper, insbesondere die Rippen, vor Schlägen und Tritten. Schnelligkeit und gute Techniken sind entscheidene Faktoren für den Erfolg im Kickboxen. Aber auch die Ausdauer, ein starker Wille, Mut und die Entschlossenheit tragen zum Erfolg bei. Ein Kickboxtraining ist ein umfassendes Ganzkörpertraining und stellt hohe Anforderungen an Ausdauer und Kraft. Die Arme und die Beine sowie der gesamte Körper wird beansprucht. Das Training kann mit aber auch ohne Partner ausgeübt werden. Mit einem Partner können Übungskämpfe (Sparring) ausgefürt werden. Grundlagen- und Techniktraining können auch am Boxsack ausgeführt werden.

Die Graduierung im Kickboxen - Ein schwarzer Gürtel steht für einen der vier bis sechs Meistergrade. Es gibt fünf Schülergrade. Die Graduierung der Schülergrade wird anhand von Farben dargestellt:

  • Brauner Gürtel
  • Blauer Gürtel
  • Grüner Gürtel
  • Orangener Gürtel
  • Gelber Gürtel


Informationsquellen und weiterführende Informationen über das Kickboxen: